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Aichach, im Oktober 2011
Sehr geehrte Freunde und Förderer der „Stiftung Jemenhilfe-Deutschland",
in den Berichten des „Fördervereins Aktion Jemenhilfe e.V." und der „Jemen Kinderhilfe e.V." haben wir Sie über den Verlauf unserer Projekte im vergangenen Jahr informiert.
Nach wir vor benötigen wir auch für unsere Stiftung noch Zustifter. Wir dürfen nur die Erträge der Stiftung direkt für unsere Projekte verwenden. Die Höhe der bisherigen Einlagen und der derzeitige niedrige Zinssatz verwehren uns jedoch noch den Zugriff auf diese.
Gefreut habe ich mich riesig über den Nobelpreis für eine junge Journalistin aus Sana'a. Ich hoffe sehr, dass damit auch die Weltöffentlichkeit den Jemen wieder etwas mehr im Blick hat. Auch haben jemenitische Frauen in Sana'a ihre Gesichtsschleier öffentlich verbrannt. Dies zeigt, dass im Jemen nicht nur die Männer nach größerem politischen Einfluß suchen, sondern auch die Frauen mutig ihre Stimme erheben.
Ich stehe mit unserem Verwalter Scheich Sadeq in regelmäßigem telefonischem Kontakt. Unsere Arbeit im Krankenhaus läuft unbehindert weiter. Unsere Kinder werden in Taiz von Scheich Sadeq bewacht und besuchen die Schulen, sofern diese geöffnet sind.
Meine letzten Informationen aus Taiz sind: Es gibt z.T. tagelang keinen Strom. Es gibt kaum noch Dieselkraftstoff und wenn, dann ungeheuer teuer. Dies führt dazu, dass die Bauern ihre Felder nicht mehr bewässern können. Die Ernte vertrocknet. Auf dem Markt findet man keine Bauern mit frischem Gemüse mehr. Eine Flasche Gas kostet bis zu 6 000 Rial,. Das Einkommen des einfachen Mannes beträgt z.T. nur 10 000 Rial! Über 30% der Jemeniten leiden jetzt bereits unter Hunger. Dies trifft vor allen Dingen Frauen und Kinder schwer. So verwundert es nicht, dass Plünderungen begonnen haben. Während eines Telefonats aus der Bank mit Scheich Sadeq bekam ich mit, wie Plünderer versucht haben mit Granaten und Kalaschnikows in die Bank einzudringen. Das Gespräch war sofort unterbrochen. Das Gleiche wiederholte sich zwei Wochen später noch einmal.
Ich fürchte dass somalische Zustände, wenn nicht bald etwas geschieht, eintreten. Dennoch hoffe ich Anfang des nächsten Jahres wieder in den Jemen fliegen zu können. Gerade jetzt brauchen die Menschen dort Zeichen der Anteilnahme in Form von Hilfe. Wir haben bisher „Hilfe die ankam und unmittelbar geholfen hat" geleistet und wir werden dies auch weiter leisten so gut wir können. Darum also auch an Sie unsere Bitte helfen Sie uns zu helfen!
Wir wünschen ihnen für die schöne Feiertage und ein glückliches neues Jahr.
i.A. Aenne Rappel
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